Warum kostenpflichtig nicht gleich „Premium“ ist

Geschrieben von am 18. Mai 2011 in Themes - 8 Kommentare

Ach, waren das aufregende Zeiten, als die ersten kostenpflichtigen WordPress Themes auf den Markt kamen. Wöchentlich gab es Neues zu sehen und zu kaufen und schon nach kurzer Zeit etablierte sich für kostenpflichtige Themes der Begriff „Premium Themes“. Diese Zeit ist gar nicht so lang her und dennoch hat sich einiges getan.

Wer etwas aufmerksam durch’s Internet „läuft“ kann ständig neue Theme-Marktplätze oder Anbieter für „Premium Themes“ finden. Was mich dabei jedoch stört: Aus dem einstigen „Premium-Angebot“ ist ein Angebot geworden, das nur noch schwer überschaubar ist und dem vieles überhaupt nicht „Premium“ ist.

Zeit der Premium Themes

Als es losging mit den kostenpflichtigen „Premium Themes“, gab es viele Gründe für einen Kauf: Man bekommt für wenige Euro oder Dollar nicht nur ein im Design außergewöhnliches WordPress Theme. Nein, man bekam sogar noch hervorragenden Support, beste technische Umsetzung und viele der Themes hatten einige Zusatzfunktionen, die mit den bisherigen WordPress-Lösungen nicht umsetzbar waren. Durch dieses Absetzen von der großen Blogger-Masse war man mit einem kostenpflichtigen Theme schon etwas Besonderes. „Premium“ eben. Und heute?

Schlechter Service, miese Umsetzung, peinliche Dokumentation

Heute sieht es ganz anders aus: Kauft man ein „Premium Theme“, weiß man nie ganz genau, was einen erwartet. Manchmal bekommt man für Ausgaben von 35$ ein perfektes Theme, was vollkommen W3-konform ist, viele nette Features mitbringt und durch eine perfekte Dokumentation binnen Sekunden verstanden ist.

Manchmal bekommt man für 70$ aber auch ein Theme, das auf irgendeinem mittelmäßig guten Framework aufbaut, technisch schlecht umgesetzt ist und sich aus der Dokumentation mehr Fragen als Antworten ergeben. Wendet man sich dann an den Support, landet man in einem schlecht-organisierten und nur sporadisch moderierten Forum, in dem man auch keine echte Hilfe bekommt.

Schuldig: Theme-Marktplätze

Vorrangig mitverantwortlich sind aus meiner Sicht hierbei die sogenannten Theme-Marktplätze, allen voran themeforest. Tausende Designer verkaufen auf diesen Marktplätzen ihre Themes und verdienen in der Regel damit auch gutes Geld. Was allerdings die meisten vergessen ist die Tatsache, dass ein Kauf nicht mit dem Kaufprozess endet. Vielmehr schließt sich daran noch eine ganze Reihe vielfältiger Probleme und Anforderungen an. Vorrangig hierbei ist sicherlich der Support.

Gibt es dann für ein Theme keine Updates mehr, überlässt man den Kunden sich selbst. Er soll dann mit den Fehlern klarkommen, die bei der Produktion/Programmierung erzeugt wurden.

Kostenpflichtig ist nicht Premium

Nach vielen Erfahrungen – durch viele Theme-Käufe – wird mir eines klarer denn je: Wer ein Theme kauft, kann sich nicht mehr darauf verlassen, sich mit diesem Theme von der großen Masse abzusetzen. Premium war einmal.

Die Theme-Vielfalt der internationalen Blogosphähre in allen Ehren: Die liegt sicherlich auch – wenn nicht sogar insbesondere – an Marktplätzen wie themeforest. Die Probleme die damit einhergehen, sollte man den Bloggern aber nicht überlassen.

Mehr Erfolg durch guten Service

Doch ich gebe die Hoffnung nicht auf: Wie in allen Bereichen wird hoffentlich auch bei WordPress Themes bald der Service zum Ausschlagkriterium. Wer den nicht anbietet oder nur nebenbei betreibt, wird hoffentlich sehr bald abgestraft und vom Markt verschwinden.

Derzeit bleibt Käufern jedoch nur der Gang über Umwege: Wer ein Theme (egal ob auf einem Marktplatz oder bei Direkt-Anbietern) kauft, der sollte sich nicht nur vom perfekten Design täuschen lassen, sondern  vorher Informationen zur After-Sales-Betreuung einholen. Schnell wird man dann sehen, bei wem man besser kauft und bei wem eben nicht. Auf den Marktplätzen sind hierbei die Verkäufer-Bewertungen ein guter Anfang.

Ich jedenfalls weiß jetzt – nach Fehlinvestitionen im dreistelligen Bereich – wem ich vertrauen kann. Denn eines ist doch klar: Wer guten Service bietet wird sich kurzfristig mit geringeren Gewinnen ärgern müssen, kann sich langfristig aber über mehr Verkäufe freuen. Perfektes Beispiel: Orman Clark oder Kriesi. Ein guter Service, perfekte Umsetzungen der Themes und viele Extras haben bisher dazu geführt, dass die beiden jeweils Umsätze im höheren 6-stelligen Bereich verbuchen konnten.

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Über den Autoren

Mein Name ist Christian. Ich blogge bereits seit 5 Jahren - manchmal mehr, manchmal weniger erfolgreich. Weil ich in der Anfangszeit meiner Erfahrungen mit den von WordPress gebotenen Möglichkeiten unzufrieden war, habe ich mir einiges Wissen zu dieser tollen Software selbst beigebracht. Aus diesen Erfahrungen ist das Projekt wpLove.de geboren. Neben WordPress bringe ich mir aber auch das Thema SEO selbst etwas näher.

8 Kommentare zu "Warum kostenpflichtig nicht gleich „Premium“ ist"

  1. Uwe 19. Mai 2011 um 09:38 · Antworten

    Ja, das Thema Service ist überall ein großes Problem.
    Als Kunde erwartet man immer einen uneingeschränkten Service, was eigentlich auch richtig ist.
    Allerdings muss man als „Verkäufer“, egal was ich verkaufe, auch immer in meine Kalkulation mit einberechnen, was dieser Service kostet. Denn ich muss ja Leute haben, die das tun.

    Bei Premium Themes ist es schon ein Service, wenn der Anbieter eine gute und verständliche Dokumentation und ein Support-Forum anbietet. Wenn er dann auch noch für seine Themes einen individuellen One-to-One Service anbieten will, dann wirds teuer, und das schlägt sich später dann auch im Preis nieder.
    Und den Preis, siehe RichWP beispielsweise, will dann fast niemand mehr bezahlen.
    Man sollte also ganz genau überlegen, was man für $35 (ca. 25,-€) für Service erwarten kann… 😉

    • adkorte 19. Mai 2011 um 09:43 · Antworten

      Klar, ohne Frage schlägt sich Service auf den Preis nieder. Aber dann sollen die halt steigen, ich fänd’s okay.;-)

      Aber wenn Verkäufer gar nicht an den Service denken, könnte ich k… 😉 Und von one-to-one spreche ich ja nicht mal.;-)

  2. Bohn 19. Mai 2011 um 13:02 · Antworten

    Das es in allen Bereichen, gerade bei digitalen Produkten von Einzelkämpfer, immer wieder Leute gibt, die nicht halten was versprochen wird ist klar. Ich denke das wird auch immer so bleiben.

    Problem ist, dass der Außenstehende das nicht wirklich beurteilen kann. Und letztlich besteht somit auch immer das Risiko, das man eben ein Theme kauft, das zwar „Premium-Like“ aussieht, aber technisch und vom Support her einfach nichts ist.

    Ich finde Themeforest (um beim Beispiel aus dem Artikel zu bleiben) aber trotzdem eine feine Sache, denn so haben auch die kleinen Entwickler, die trotzdem gute Arbeit machen eine Chance. Die brauchen wegen 2 Themes nicht damit anfangen, eine eigene Seite alla ThemeShift zu basteln und zu versuchen, das Ganze richtig zu vermarkten. Das würde denke ich in keinem Verhältnis zum Preis stehen.

    Letztlich sind die einzig möglichen Dinge, die man tun kann um „schwarze Schafe“ zu entdecken, das Lesen der Kommentare und ein Blick in Support-Foren, wenn öffentlich. Das sagt oftmals schon viel aus.

    Aber mal ehrlich. Angenommen ich sitze 2 Monate an einem Theme und verkaufe es für 35$. Wodurch soll da Support finanziert werden. Am Besten wäre doch eine Geld-Zurück Garantie, eine bestimmte Summe für das Theme inkl. Updates und Aufpreis für eine bestimmte Zeitspanne an Support.

    Aber so einfach lässt sich das halt auch nicht umsetzen 😉
    Teufelskreis in dem man nun mal auch auf die Nase fallen kann…

    • adkorte 21. Mai 2011 um 07:31 · Antworten

      Ich nutze Themeforest auch unglaublich gern, gar keine Frage. Aber nach einiger Zeit merkt man eben, mit wem man Geschäfte macht und mit wem besser nicht.
      Dass Themeforest die Vermarktung und das Handling übernimmt, lässt man sich dort (mit 50% Provision) auch gut entlohnen. Aber das nur am Rande… 😉

  3. Thomas 20. Mai 2011 um 11:28 · Antworten

    Mh bei Themeforest muss keiner Support leisten. Der Preis von ca. 35 $ wird ja von Themeforest selbst festgelegt, darauf hat der Autor keinen Einfluss.

    Und die Preise liegen so niedrig, weil ursprünglich nur Themes ohne jeglichen Support verkauft worden sind. Heutzutage liefern die Autoren natürlich fast alle Support & Service, weil dadurch die Theme Verkäufe steigen. Aber eigentlich ist bei Themeforest im Preis keinerlei Support inbegriffen.

    Aus den Themeforest FAQ:
    Q: Am I required to support the files I upload?
    A: Providing support is a great way to ensure repeat business from buyers, but no, it’s not required unless the file is actually broken.

    • adkorte 21. Mai 2011 um 07:29 · Antworten

      Das mag stimmen, dass das niemand leisten muss. Finde ich bei den Preisen auch vollkommen okay. Aber dann sind die Themes auc nicht mehr „Premium“.

  4. Christian 31. Mai 2011 um 04:22 · Antworten

    Was leider nicht angesprochen wurde, ist die Tatsache, dass die sogenannten „Premium Themes“ kaum noch für das normale Bloggen taugen. Zu überladen der ganze Mist mit Features, die die meisten gar nicht brauchen. Ne nette Diskussion gibbets übrigens hier.
    http://foliovision.com/2011/03/28/paid-wordpress-themes-woo-vs-elegantthemes

    P.S.: Ein gutes Beispiel dafür, dass kostenlos auch gut sein kann ist das Yoko Theme von Elmastudio.

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  1. » Blogeinnahmen Oktober 2011 » GeldimWWW.de

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