Wo beginnt Spam

Geschrieben von am 26. Mai 2010 in SEO - 16 Kommentare

Keyword-Spam in den Kommentaren. Ein leidiges Thema. Doch nun wurde in einer kleinen Diskussion in den Kommentaren die Frage aufgeworfen, wo Spam überhaupt beginnt. Spam, der aber nicht über irgendwelche Bots generiert wird und sowieso rausgefiltert wird. Sondern Spam in Form von manuell eingegebenen Kommentaren.

Dieser Frage möchte ich nun einmal nachgehen. Nicht nur um mein sehr restriktives Vorgehen bei diesem Thema zu erklären, sondern vielmehr um auch den Grund solcher Kommentare besser verstehen zu können.

Was ist Spam überhaupt?

[…]Spam [bezeichnete] zunächst nicht Werbung, sondern das von manchen Nutzern praktizierte massenhafte Überschwemmen des Text-Interfaces mit eigenen Botschaften.
Wikipedia

Unter Spam versteht man allgemeinhin eine Nachricht, die mehrfach und/oder mehrfach in ähnlicher Form mit der immer gleichen Absicht verschickt wird. Ob nun per Mail, in einem Forum oder auf sonstigem Wege.

So kann man diese Definition dann auch schnell auf Blogkommentare übertragen: Wird ein Kommentar abgegeben, um damit den immergleichen Zweck zu erzielen und ist die Nachricht dabei immer gleich oder ähnlich, so kann man wohl von Spam ausgehen. Doch das als Erklärung reicht allein nicht.

Nur ein Ziel: Backlinks

Primäres Ziel von Spamkommentaren – und das kann wohl jeder aus der eigenen Erfahrung heraus bestätigen – sind Links. Und wenn ein Blog dann noch (aus Rücksicht auf echte und wichtige Kommentare) den nofollow-Status unterdrückt (was bei WordPress ja nun leider nicht ganz so einfach ist), dann hat er auch gleich mit mehr Spam zu kämpfen.

Keyword-Name und Deeplinks

Häufig ein klares Indiz für Spam sind Keyword-Namen (jeder erinnert sich wohl noch an Dieter Sonnenschirm und andere) und Deeplinks. In der Regel weist das darauf hin, dass der Kommentar nicht aus echtem Interesse geschrieben wurde, sondern um eine bestimmte Seite in Google und Co. besser zu positionieren.

Und genau diese Indizien waren Auslöser der Diskussion.

Macht’s wirklich der Content?

Man könnte nun argumentieren, dass es bei Kommentaren mit Deeplinks oder Keyword-Namen tatsächlich mehr auf den Inhalt ankommt. Aber das meine ich nicht: Warum sollte ein Kommentar nur deshalb kein Spam sein, weil der Autor statt eines Spambots auf 2 Minuten Zeit zurückgreift um einige Stellen des Artikels zu überfliegen. Für mich ist guter Content (bzw. ein sinnvoller Beitrag als Kommentar) dann immer noch Spam, denn ich kann ja davon ausgehen, dass

  • Der Kommentator gleich mehrere Kommentare ähnlichen Schemas auf unterschiedlichen Blogs hinterlässt.
  • Der Kommentator durch Platzieren eines Keyword- oder Deeplinks (am besten mit „no nofollow“) das Ranking seiner Seite in Google verbessern will.
  • Der Kommentator nicht unbedingt zum Stammleser wird.

Meine Meinung ist daher klar: Wer für einen Kommentar nicht seinen richtigen Namen oder einen Spitznamen angeben kann und ein Keyword verwenden will oder wer einen Deeplink im Kommentar platziert und dieser nicht 100%ig zum Thema des Artikels oder der Diskussion passt, der betreibt Kommentarspam.

Warum Kommentarspam nervt

Kommentarspam nervt mich gewaltig. Und das hat einen guten Grund: Jede Woche investiere ich ungezählte Stunden in die Weiterentwicklung des Designs oder für das Schreiben von Artikeln. Und diese Zeit nehme ich mir auch sehr gerne, denn dieses Thema (hier und auch auf meinen anderen Blogs) macht mir Spaß.

Doch ist natürlich auch mein Traum eines Tages die Serverkosten wieder hereinzubekommen und für die geleisteten Stunden auch ein wenig „Gehalt“ zu bekommen. Und wenn dann jemand von meiner aufwendigen Arbeit profitieren will (nämlich durch einen follow-Kommentar mit Keyword aus meinen Kommentaren, die sich dann positiv auf die Suchmaschinenergebnisse auswirken), dann möchte ich davon auch was haben. Ich finde das kann man verstehen…

Und ganz davon abgesehen kann sich dieser ganze Spam dann auch noch negativ auf mein Suchmaschinenranking auswirken.

Was meint ihr?

Ob ihr nun für oder gegen mich seid: Ich freue mich auf eine rege Diskussion! Denn wie überall im Leben gibt es mindestens zwei Seiten und für beide Seiten auch Argumente. Ich würde diese Argumente gern hören. Und über Bestätigung freue ich mich natürlich auch!

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Über den Autoren

Mein Name ist Christian. Ich blogge bereits seit 5 Jahren - manchmal mehr, manchmal weniger erfolgreich. Weil ich in der Anfangszeit meiner Erfahrungen mit den von WordPress gebotenen Möglichkeiten unzufrieden war, habe ich mir einiges Wissen zu dieser tollen Software selbst beigebracht. Aus diesen Erfahrungen ist das Projekt wpLove.de geboren. Neben WordPress bringe ich mir aber auch das Thema SEO selbst etwas näher.

16 Kommentare zu "Wo beginnt Spam"

  1. adkorte 26. Mai 2010 um 23:20 · Antworten

    Ich freue mich über eure Meinung! 😉

  2. Victor 27. Mai 2010 um 00:18 · Antworten

    Hallo Adrian,

    da ich das Thema ja „verursacht“ habe, möchte ich mich auch dazu äußern. Ich habe die Zeit heute mal genutzt und mich etwas mehr damit auseinander gesetzt, da ich so manchen anderen Standpunkt nicht verstehen oder akzeptieren wollte.

    Doch nun habe ich, z.B. bei Frank Bültge im Blog und einigen anderen Blogs, welche ich regelmäßig lese mal gezielt darauf geachtet und zu diesem Thema zufällg (?) oder weil es offensichtlich doch so aktuell ist einige Artikel gefunden.

    Und nun gebe ich es ungern zu, ich muss meinen Standpunkt wohl nochmals überdenken. Da es offensichtlich ein paar Faktoren mehr sind, welche hier zum tragen kommen und über die sich andere schon viele Gedanken gemacht haben.

    Ich habe mich also auch entschlossen ein paar Kommentarregeln einzuführen und diese auf meinem Blog umzusetzen.

    Grüße Victor

  3. Dieter 27. Mai 2010 um 06:51 · Antworten

    @adkorte
    Kommentarspam ist ein Thema für jeden Blogbetreiber. Du hast hier das Ziel von Kommentarspam schön herausgearbeitet.

    Nun sind ein oder mehrere Backlinks aber auch für ehrliche Kommentatoren ein Anreiz.

    Keywordname und Deeplinks sind da aus meiner Sicht nur gewichtige Indizien für eine subjektive Abgrenzung von Spam oder kein Spam.

    Tanja aka crazy girl hat eine schöne Liste an Indizien für Kommentarspammer zusammengestellt (siehe Blog Spammer Schutz – nofollow Vogelscheuche zeigt Erfolge).

    In jedem Einzelfall entscheide ich subjektiv, ob es für mich schon Spam ist oder nicht. Da kann es auch sein, dass meine aktuelle Stimmung eine Rolle spielt. Das ist zwar nicht schön, aber menschlich.

    Wenn ich einen Kommentar für Spam halte, dann kann das bei mir dazu führen, dass ich
    – ihn als Spam markiere,
    – ihn einfach nur lösche,
    – lediglich den Link oder die Links entferne und/oder
    – den SEO-Namen durch „Name-gelöscht“ ersetze und/oder
    – in einem Antwortkommentar auf die Veränderung des genehmigten Kommentars hinweise.

    So ein abgestuftes Vorgehen ermöglicht mir je nach Schwere und Lästigkeitsgrad des Spamkommentars differenziert zu reagieren.

    BTW: Deine und Victors Reaktion zeigen mir, dass Du hier richtig reagiert hast und Victor lernfähig und -willig ist.

  4. adkorte 27. Mai 2010 um 08:13 · Antworten

    @Viktor: Ich will niemandem eine Meinung aufzwängen, freue mich aber trotzdem, dass Du nun offenbar ein wenig mehr auf meiner Seite stehst. 😉

    @Dieter: Ich gehe ja ganz ähnlich wie Du vor und kann mich leider auch nicht davon lösen, dass die ein oder andere Entscheidung vielleicht zu einem anderen Zeitpunkt anders getroffen worden wäre.
    Doch spielt für mich immer das Gegenleistungsprinzip auch eine Rolle.
    Bei einer Win-Win-Situation habe ich mit manchen Links daher auch gar keine Probleme, siehe etwa den Link, den Du in Deinen Kommentar eingebaut hast: Ich glaube den hast Du selbst auf nofollow gesetzt. Aber in diesem Fall hätte ich auch kein Problem mit einem Follow-Link gehabt. Denn der Link passt zum Artikel, Du hast ihn gesetzt weil Du dich vorher mit meinem Artikel beschäftigt hast, der Link ist auch für mich interessant und zudem gebe ich in solchen Fällen und für gute Artikel auch gern etwas Linkpower ab.

    Da das aber nicht immer so ist, wird eben (noch) in jedem einzelnen Fall darüber entschieden, ob ein Link bleibt oder nicht. Dabei verzichte ich aber gänzlich auf Plugins wie „nofollow step by step“ o.ä.: Entweder ganz oder gar nicht ist derzeit mein Standpunkt. Mal schaun, ob ich den noch etwas ändere… 😉

    Aber noch eine Anemrkung zu Deinem letzten Punkt: Manchmal hat es nicht unbedingt was mit Lernfähig- und willigkeit zutun, sondern einfach damit, dass man zu fest an den eigenen Standpunkt geglaubt hat.
    Eine Diskussion finde ich dann sehr gut, auch wenn beide Seiten auf ihrer Meinung verharren.

    Danke für die rege Diskussion, ich freue mich über weitere Kommentare zum Thema!

  5. Torsten 27. Mai 2010 um 08:50 · Antworten

    Kommentarspam ist auch bei meinen Blog ein Problem, jedoch kein großes. Die Bots werden durch Askimet eigentlich sehr gut erkannt. Seitdem ich auf Do-Follow umgestellt habe, kommen auch Kommentare ala „Super Artikel-danke“ etc. Diese landen bei mir auch im Mülleimer. Allerdings hält sich die Zahl der Kommentare (noch) in Grenzen…

    Dann gibt es noch die Kommentatoren, die zwar inhaltlich auf den Artikel eingehen, aber nur 1-2 Sätze dazu schreiben. Da nehme ich dann meistens den Link heraus.

    Kommentare, die Artikel ergänzen, erachte ich natürlich auch als positiv. Allerdings schmeiße ich auch nicht-themenbezogene Links raus (auf einem Reiseblog hat ne Verlinkung mit ner Kredit-Seite nichts zu suchen).

    Lustig finde ich, dass man manchmal den Weg der Spammer durch die Blogs wirklich nachvollziehen kann. Ich betreibe mehrere Blogs, und da kommentiert doch tatsächlich ein und die selbe Person auf mehreren Sites.

  6. adkorte 27. Mai 2010 um 08:57 · Antworten

    Hallo Torsten!

    Vielen Dank für Deinen Kommentar!
    Doch leider machst du genau das, über das ich mich oben beschwert habe: Die von dir verlinkte Seite hat offenbar das einizige Ziel, diesen „Volksphone“-Wettbewerb zu gewinnen. Der Mehrwert für mich und alle anderen Leser ist gleich null.

    Und genau was ich oben gesagt habe, gilt in diesem Fall auch: Dein Kommentar hatte wohl auch das primäre Ziel einen follow-Link abzugreifen. Und auch die Tatsache, dass du dir über den Inhalt deines Kommentars Gedanken gemacht hast, ändert daran leider nichts.

  7. Tom 27. Mai 2010 um 11:05 · Antworten

    SPAM fängt da an wo der Spaß aufhört. 😉
    Im Endeffekt entscheide ich was ich auf meinem Blog stehen lasse und was weg kommt. Wenn das Kommentar zum Thema passt, und nicht nur wegen der Keywords, kann auch ein Spammer drin bleiben. Allerdings ohne URL. Die Links schau ich mir vorm freigeben immer an. Neue Kommentatoren moderiere ich grundsätzlich.

  8. Dieter 28. Mai 2010 um 00:10 · Antworten

    @adkorte
    Ich hatte den Link nicht nofollow gesetzt. Das war wohl Dein WordPress.

    Ich verwende übrigens das WordPress-Plugin NoFollow Free, denke aber darüber nach mal Alternativen dazu zu testen.

    • adkorte 28. Mai 2010 um 00:18 · Antworten

      Hm, seltsam. Eigentlich ist nofollow dort auch deaktiviert… Aber danke für den Hinweis!

  9. Crazy Girl 29. Mai 2010 um 05:44 · Antworten

    Wie ich Dir bei mir auch schon mitteilte, der Text alleine hat bei mir nicht geholfen (den habe ich schon sehr lang online). Erst das Bildchen hats rausgerissen. Zeigt damit auch wieder, dass Spammer nicht lesen, aber durchaus Bilder erkennen 😉

  10. adkorte 29. Mai 2010 um 09:23 · Antworten

    Hm, okay… Interessante Sache eigentlich. Wird wohl daran liegen, dass das Bild mehr auffällt.
    Aber ich glaube dann mach‘ ich mir lieber die Mühe und moedriere jeden einzelnen Artikel…

  11. Crazy Girl 29. Mai 2010 um 10:55 · Antworten

    Alle Kommentare in die Moderation zu jagen ist kein wirklich glücklicher Weg… außer Du sitzt ständig vor dem PC und schaltest alle relativ zügig frei. Sonst unterbindest Du jeglich aufkommende Unterhaltung untereinander. Erstkommentierer zu moderieren ist nach meiner Erfahrung nach ausreichend. Die Spammer sind eigentlich so gut wie immer Erstkommentierer, außer sie haben sich vorher mit einem Kommentar ohne Link an der Moderation vorbeigemogelt (machen auch einige). Deswegen habe ich zusätzlich noch mein Comment Count Admin Plugin, welches die URLs der Kommentatoren zählt. Bei (1) bin ich immer angewiesen mir das anzusehen und frag nicht, was mir da schon versucht wurde unterzujubeln… Schmuddelkram ohne Ende…

    • adkorte 29. Mai 2010 um 11:08 · Antworten

      iPhone sei dank kann ich die meisten Kommentare innerhalb weniger Minuten freischalten.
      Aber danke für den Hinweis auf das Plugin,werde ich mir mal anschauen.
      Doch derzeit sehe ich keine andere Möglichkeit als jeden Kommentar manuell freizuschalten. Leider.

  12. Crazy Girl 29. Mai 2010 um 11:22 · Antworten

    Ist eines meiner eigenen Plugins: http://www.crazytoast.de/plugin-comment-count-admin-kommentarzaehler.html 😉

    • adkorte 29. Mai 2010 um 17:32 · Antworten

      Danke, ich schau’s mir mal an!;-)

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